Wer hat Tesla gegründet? Die meisten würden sagen: Elon Musk. Die Wahrheit ist komplizierter – und faszinierender.
Die echten Gründer
Am 1. Juli 2003 gründeten Martin Eberhard und Marc Tarpenning die Tesla Motors, Inc. in San Carlos, Kalifornien. Beide waren erfahrene Tech-Unternehmer: Eberhard und Tarpenning hatten zuvor NuvoMedia gegründet und den Rocket eBook verkauft.
Ihre Vision: Beweisen, dass Elektroautos nicht langweilig und langsam sein müssen. Damals herrschte die verbreitete Meinung, E-Autos seien Golfcarts für Umweltschützer. Eberhard und Tarpenning wollten das Gegenteil beweisen.
Die Technologie: AC Propulsion als Ausgangspunkt
Eberhard hatte das Fahrzeug tzero von AC Propulsion gefahren und war begeistert: Ein Elektromotor, der von 0–100 km/h in 3,6 Sekunden beschleunigte. Aber AC Propulsion wollte das Fahrzeug nicht kommerzialisieren.
Eberhard lizensierte den Antriebsstrang und gründete Tesla mit dem Ziel, das tzero-Konzept in ein serienreifes Fahrzeug umzuwandeln. Die Basisarchitektur: Ein umgebauter Lotus Elise mit Lithium-Ionen-Akkus aus Laptop-Batterien.
Tesla nutzte für den ersten Roadster Standard-Lithium-Ionen-Zellen von Panasonic – die gleichen Zellen, die in Laptops verbaut wurden. Eberhard und sein Team entwickelten jedoch ein innovatives Batteriemanagementsystem, das Tausende dieser kleinen Zellen koordinierte.
Elon Musk kommt ins Spiel (2004)
Im Februar 2004 leitete Elon Musk die Series-A-Finanzierungsrunde von 6,5 Millionen Dollar – und wurde damit zum größten Investor und Chairman des Board. Musk war damals 32 Jahre alt und hatte gerade PayPal für 1,5 Mrd. USD verkauft.
Musks Beitrag in dieser Phase war:
- Kapital (er investierte ~7,5 Mio. USD persönlich)
- Netzwerk (Silicon-Valley-Kontakte)
- Vision (er steuerte strategische Überlegungen bei)
Die tägliche Unternehmensführung lag bei Eberhard. Musk besuchte Tesla gelegentlich, war aber noch nicht operativ involviert.
Die erste Krise: 2007–2008
Der erste Tesla Roadster (2008) war ein Triumph – aber der Weg dorthin beinahe fatal. Die Produktionskosten explodierten: Von geplanten 65.000 USD pro Fahrzeug auf über 110.000 USD.
Im August 2007 zwang der Board Eberhard zum Rücktritt als CEO. Nach einer kurzen Übergangsphase übernahm Musk im Oktober 2008 selbst als CEO.
Martin Eberhard verklagte Tesla später wegen ungerechtfertigter Entlassung. Der Fall wurde außergerichtlich geeinigt. Heute wird Eberhard von Tesla als "Co-Gründer" anerkannt – neben Musk, Tarpenning, JB Straubel und Ian Wright.
Die fünf offiziellen Gründer
Tesla erkennt heute fünf Gründer an:
| Name | Rolle | Beitrag |
|---|---|---|
| Martin Eberhard | CEO (2003–2007) | Kernidee, erste Finanzierung, technisches Konzept |
| Marc Tarpenning | VP Elektrotechnik | Batterie-Elektronik, Finanzen |
| Elon Musk | Investor, später CEO | Kapital, Strategie, Rettung 2008 |
| JB Straubel | CTO | Antriebsstrang, Batterie-Technik |
| Ian Wright | Fahrzeugentwicklung | Frühes Fahrzeugkonzept |
Die Rettung 2008: Musk setzt alles ein
Ende 2008 stand Tesla vor dem Bankrott. Die Finanzkrise traf genau den Zeitpunkt der Series-D-Finanzierung. Keine Bank wollte Geld geben.
Musk investierte sein letztes persönliches Kapital – nach eigenen Aussagen seinen letzten verbleibenden Betrag – in Tesla. Gleichzeitig verhandelte er unter größtem Zeitdruck eine Notfinanzierung.
Am 24. Dezember 2008 – heiligabend – schloss Tesla die überlebensnotwendige Finanzierungsrunde ab.
Das Vermächtnis
Heute ist Tesla das wertvollste Autounternehmen der Welt. Eberhard und Tarpenning haben das Unternehmen längst verlassen. Musk steht im Mittelpunkt jeder Tesla-Geschichte.
Aber ohne Eberhard und Tarpennings Mut, 2003 eine Elektroauto-Firma zu gründen – als die Welt lachte – gäbe es kein Tesla.
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