Ein gebrauchter Tesla ist oft günstiger als Neukauf – aber nur wenn du die richtigen Fragen stellst. Unsere Checkliste hilft dir, schlechte Schnäppchen zu vermeiden.
Schritt 1: VIN-Überprüfung vor dem Treffen
Bevor du hinfahrst, prüfe online:
- carVertical oder [AutoScout24 Fahrzeughistorie] – zeigt Unfälle, Kilometerstände, Voreigentümer
- Tesla VIN Decoder – zeigt genaue Konfiguration (Batterie, Antrieb, Optionen)
- CARFAX (für US-Import-Teslas) – Unfallhistorie USA
Warnsignale im Bericht:
- Mehrere Voreigentümer in kurzer Zeit
- Kilometerstand-Rückläufer
- Schwerer Unfall vermerkt
Schritt 2: Batterie-Gesundheit prüfen
Das ist das Wichtigste. Batteriekapazität ist bei Gebrauchten das zentrale Qualitätsmerkmal.
Wie prüfen:
- In die Tesla-App einloggen (der Verkäufer soll dich einladen): Zeigt aktuelle Ladestände
- Im Fahrzeug: Hauptmenü → Service → Batterie → "Degradation" (ältere SW-Versionen)
- Beste Methode: Bei 100% laden und angezeigte Reichweite notieren
Was ist normal?
| Alter | Akzeptable Degradation |
|---|---|
| 0–2 Jahre | < 5% |
| 2–4 Jahre | < 10% |
| 4–6 Jahre | < 15% |
| 6+ Jahre | < 20% |
Vertraue nicht dem aktuellen Ladestand als einzige Metrik. Ein Tesla, der aktuell bei 70% steht, kann eine stark degradierte Batterie haben. Fordere immer den Wert bei 100% Ladestand oder nutze externe Tools wie Teslafi (mit historischen Daten).
Schritt 3: Unfallreparaturen erkennen
Tesla-Fahrzeuge haben oft Blechschäden die schlecht repariert wurden. Achte auf:
- Spaltmaße: Ungleiche Abstände zwischen Karosserieteilen
- Lackbild: Glanzgrad-Unterschiede, Läufer, Farbabweichungen
- Türdichtungen: Verformungen deuten auf Unfallreparatur
- Innenseiten der Türen: Schweißpunkte, frische Lackierung innen
Schritt 4: FSD und Autopilot-Status klären
FSD ist am Fahrzeug (Vehicle-FSD) oder am Konto des Käufers. Das ist entscheidend:
| FSD-Typ | Beim Verkauf | Deiner? |
|---|---|---|
| FSD via Einmalzahlung am Fahrzeug | Bleibt beim Auto | ✅ Ja |
| FSD per Account-Transfer | Bleibt beim Verkäufer | ❌ Nein |
| FSD Subscription | Nicht übertragbar | ❌ Nein |
Im Fahrzeug prüfen: Einstellungen → Autopilot → Zeigt installierte Features
Schritt 5: Garantiestatus überprüfen
Tesla-Garantie:
- Grundgarantie: 4 Jahre / 80.000 km
- Antriebsgarantie: 8 Jahre / 192.000 km (Model S/X) oder 160.000 km (Model 3/Y)
- Batteriegarantie: 8 Jahre mit Minimum-SoH-Guarantee (70% der ursprünglichen Kapazität)
Frage nach dem genauen Garantie-Restlaufzeit – Tesla-Kundendienst kann das mit der VIN bestätigen.
Schritt 6: Servicerückstände und bekannte Probleme
Bitte den Verkäufer, dir die Servicehistorie zu zeigen (Tesla App → Fahrzeug → Servicehistorie). Kontrolliere:
- Wurden empfohlene Wartungen durchgeführt?
- Gab es Rückrufe und wurden diese behoben?
- Irgendwelche bekannte Probleme (Wärmepumpe, Lenkung, Kamera)?
Modellspezifische bekannte Probleme:
- Model 3 2019–2021: Lackqualität (dünner Lack)
- Model X 2016–2019: Falcon-Wing-Door-Probleme
- Model Y 2020–2022: Karosserie-Spaltmaße
